Staatliche Berufsbildende Schule für Gesundheit und Soziales

Klassenfahrt mal anders

Am 19. November 2018 ging es für uns, die Erzieher Klasse 16, los nach Trier. 5 Tage würden wir in der ältesten Stadt Deutschlands verbringen – eine Klassenfahrt der etwas anderen Art. Doch wie kam es dazu?

 

 

Drei Monate zuvor:

„Plant eine Bildungsreise in eine beliebige deutsche Stadt. Die Finanzierung, die Unterbringung, der Transport und auch das Programm liegen bei euch. Beachtet dabei den pädagogischen Wert der Aktivitäten. Im November fahren wir.“

So lautete die Aufgabe, der wir uns zu Beginn des dritten Ausbildungsjahres stellen mussten.

„Wie sollen wir das bloß schaffen?“

„Sowas haben wir doch noch nie gemacht!“

„Das wird bestimmt super stressig.“,

waren Dinge, die wahrscheinlich jeder von uns zumindest dachte.

 

Doch als wir uns erst einmal in Gruppen aufgeteilt hatten, um die Aufgaben besser verteilen zu können, lief alles fast wie von selbst.

Die Transport- und Unterkunftsgruppe hatte in Windeseile ein Busunternehmen organisiert und ließen sich auch nach der ersten Absage einer Unterkunft nicht unterkriegen. Schon bald stand fest: wir würden im Kolping-Haus, einem Hostel, übernachten.

Natürlich war es besonders wichtig, dass die Gruppen miteinander redeten und ihre Informationen austauschten. So wurden die Kosten für Bus und Hostel an die Finanzgruppe weitergeleitet. Diese wiederrum versuchte fortlaufend, die Kosten für jeden einzelnen von uns so gering wie möglich zu halten. Sie informierte sich über Fördermöglichkeiten und stellte mehrere Anträge.

Die Freude war groß, als diese bewilligt wurden. Letztendlich durften wir sowohl den Schulförderverein der MEKS, Höffner, die AOK, als auch Radio Frei und sogar die Sparkasse Mittelthüringen zu unseren Sponsoren zählen. Überall stießen wir auf Unterstützung und verständnisvolle Menschen.

 

Natürlich haben wir uns auch selbst ins Zeug gelegt, um möglichst viel Geld zu sammeln. Wir veranstalteten Waffelbasare und sorgten beim Tag der offenen Tür für das körperliche Wohl der Gäste, indem wir Kaffee, Kuchen und einige Salate zur Verfügung stellten. Doch unsere größte eigene Einnahmequelle war das Sommerfest der MEKS, bei dem wir für das Catering verantwortlich waren.

 

Nach und nach nahm die Bildungsreise immer mehr Gestalt an, was nicht zuletzt an der Programm- und der Koordinationsgruppe lag, die z.B. dafür sorgten, dass wir verschiedene Kindergärten in Trier besuchen konnten, um neue Konzepte kennenzulernen. Dies war zum einen ein bilingualer Kindergarten, der die französische Sprache ganz nebenbei in den Alltag einfließen lässt und ein integrativer Kindergarten, in dem die Integration sehr erfolgreich und in einem hohen Maße gelebt wird. Bei diesen Besuchen konnten wir eine direkte Verknüpfung zu unserem fachtheoretischen Unterricht herstellen.

 

Auch eine eigene Stadtrallye wurde von der Programmgruppe geplant, um uns Sehenswürdigkeiten, wie das Amphitheater, die Kaiserthermen oder auch die Porta Nigra näherzubringen.

Dokumentiert wurde sowohl der Erarbeitungsprozess als auch die Fahrt selbst von der Dokumentationsgruppe, die abschließend eine großartige Präsentation zusammenstellte, die nicht nur für einige Lacher, sondern auch für zahlreiche Tränen sorgte, als wir sie uns am letzten Abend in Trier anschauten und die Fahrt reflektierten.

 

Und da Partizipation bei uns an erster Stelle steht, fragten wir die einzelnen Gruppen abschließend nach ihren persönlichen Erfahrungen und Eindrücken. Auch sie sollen hier zu Wort kommen:

Dokumentationsgruppe:

„Die Bildungsreise ermöglichte uns, einen anderen Blickwinkel einzunehmen […] und uns zukünftige pädagogische Methoden anzueignen. Durch die Arbeit lernten wir die Ressourcen der anderen kennen und nutzten diese für unser gemeinsames Projekt.“

Programmgruppe:

„Durch unsere selbstgestalteten Aktivitäten mit vielen aktionsreichen Ereignissen, haben wir sowohl unsere Planungskompetenz erweitert, als auch das Anleiten einer Gruppe von 25 Personen erproben können.“

Finanzgruppe:

„Durch das Erstellen von Förderanträgen erlernten wir den formalen Ausdruck, der bei dieser Art der Öffentlichkeitsarbeit erforderlich ist. Dadurch durften wir positive Erfahrungen beim Akquirieren von Geldern und Sachspenden sammeln.“

Unterkunfts- und Transportgruppe:

„Die Herausforderung war es, auf die Bedürfnisse aller Beteiligten einzugehen und bei Problemen flexibel zu reagieren. Trotzdem ist es uns gelungen ein Hostel mit zentraler Lage zu organisieren, sodass weitere Kosten für öffentliche Verkehrsmittel gering gehalten wurden.“

Koordinationsgruppe:

„Wir konnten unsere Kompetenzen hinsichtlich der Planung und Organisation erweitern. Außerdem konnten wir zielorientertes und fachlich kompetentes Handeln üben.“

 

Wir haben gelernt, zu kommunizieren und auch einmal Kompromisse einzugehen. Dabei haben wir gemerkt, dass Vertrauen, Flexibilität und Reflexion in allen Bereichen die Basis bei der Durchführung eines solchen Projektes darstellen.

Schlussendlich möchten wir uns bei unseren Klassenkameraden bedanken. Ebenso wie bei Frau Münzinger und Frau Ortmann, die uns eine sehr gute Begleitung waren.

Und natürlich danken wir noch einmal unseren Sponsoren.

    

 

 

Ein Artikel von Susanne Müller, Fränze Piasny und Madeleine Picard

 

 

 

 

 

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